Invacare Action 5 Bremsen: Sicherheitscheck

Invacare Action 5 Bremsen: Sicherheitscheck – Darauf müssen Sie achten

Die Bremsen des Invacare Action 5 sind ein zentrales Sicherheitselement, das im Alltag oft unterschätzt wird. Ob bei der Fahrt auf unebenen Gehwegen oder beim Abstützen an einer Steigung – ein zuverlässiges Bremssystem gibt Ihnen die nötige Kontrolle. In diesem Sicherheitscheck erfahren Sie, wie Sie die Bremsen Ihres Rollators richtig prüfen, warten und im Ernstfall sicher nutzen.

Wie funktionieren die Bremsen beim Invacare Action 5 genau?

Der Invacare Action 5 ist mit einem klassischen Zweirad-Bremssystem ausgestattet, das auf die Bedürfnisse von Senioren und Mobilitätseingeschränkten abgestimmt ist. Die Bremsen arbeiten über einen Seilzugmechanismus, der von den Handgriffen zu den Hinterrädern führt. Anders als bei günstigeren Modellen kommen hier Aluminium-Bremshebel mit einer ergonomischen Form zum Einsatz, die auch mit schwächeren Händen gut bedienbar sind.

Das System bietet zwei Hauptfunktionen:

  • Fahrbremse: Durch leichten Zug an den Hebeln werden die Bremsbeläge gegen die Felgen gedrückt – für kontrolliertes Abbremsen in jede Fahrsituation.
  • Parkbremse (Standbremse): Die Hebel lassen sich in einer Raststellung fixieren, sodass der Rollator sicher steht, auch wenn Sie sich darauf abstützen oder aufstehen.

Ein wichtiges Detail: Die Bremsen sind geschwindigkeitsabhängig ausgelegt. Bei langsamer Fahrt (unter 5 km/h) reicht ein leichter Druck, während bei höherer Geschwindigkeit mehr Kraft nötig ist. Das verhindert ein abruptes Blockieren der Räder und erhöht die Stabilität.

Praktisch: Die Einstellung der Bremsen ist ohne Werkzeug möglich – meist reicht eine Inbusschraube am Bremshebel oder eine Rändelschraube am Seilzug. Eine regelmäßige Kontrolle auf Verschleiß sollte alle 500 Kilometer oder spätestens nach einem Jahr erfolgen.

Für detaillierte Tests zur Handhabung und Alltagstauglichkeit lesen Sie unseren Invacare Action 5 Test: Leicht und wendig im Alltag.

Close-up photorealistic photo of an Invacare Action 5 braking system with aluminum lever a

Woran erkenne ich, dass die Bremsen gewartet werden müssen?

Ein schleichender Leistungsabfall der Bremsen ist oft schwer zu bemerken. Achten Sie auf diese Alarmsignale:

  • Verlängerter Bremsweg: Wenn Sie stärker ziehen müssen, um den Rollator zu stoppen, sind die Beläge abgenutzt oder die Seilzüge gedehnt.
  • Einseitiges Bremsen: Der Rollator zieht beim Bremsen nach links oder rechts – oft ein Zeichen für eine ungleiche Einstellung der Seilzüge.
  • Knack- oder Schleifgeräusche: Hören Sie metallische Geräusche, können die Bremsbeläge verschmutzt oder die Felgen beschädigt sein.
  • Schwergängige Hebel: Wenn die Bremshebel sich schwergängig bewegen lassen oder klemmen, liegt meist eine Korrosion im Seilzug vor.

Ein einfacher Test: Stellen Sie den Rollator auf eine leichte Steigung (ca. 5 Grad) und lassen Sie die Parkbremse einrasten. Wenn er sich bewegt, müssen die Bremsen sofort nachjustiert werden. Feuchte Witterung (Regen, Schnee) kann die Bremsleistung um bis zu 30 Prozent reduzieren – hier ist besondere Vorsicht geboten.

Die Bremsbeläge sollten eine Mindeststärke von 2 mm haben (etwa die Dicke einer 1-Cent-Münze). Bei Unterschreitung sind sie auszutauschen. Die Seilzüge dürfen keine sichtbaren Risse oder Knicke aufweisen. Eine regelmäßige Reinigung mit einem trockenen Tuch und etwas WD-40 an den beweglichen Teilen verlängert die Lebensdauer.

Falls Sie auch die Federungseigenschaften des Action 5 prüfen wollen, empfehlen wir unseren Beitrag Invacare Action 5: Federung und Ausstattung im Detail.

Wie stelle ich die Bremsen am Invacare Action 5 richtig ein?

Die korrekte Einstellung ist essenziell für die Sicherheit. Gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  1. Prüfen Sie die Ausgangslage: Der Bremshebel sollte bei voller Betätigung etwa 2–3 cm Abstand zum Handgriff haben. Ist der Abstand größer (>4 cm), sind die Seilzüge zu lang.
  2. Justieren der Seilzüge: Suchen Sie die Einstellschraube am Bremshebel (meist mit einer Rändelmutter). Drehen Sie sie im Uhrzeigersinn, um den Seilzug zu verkürzen (mehr Bremskraft). Bei zu kurzem Seilzug (Hebel liegt am Grifffaden an) drehen Sie gegen den Uhrzeigersinn.
  3. Symmetrie prüfen: Stellen Sie sicher, dass beide Bremsen gleichmäßig greifen. Dazu den Rollator auf eine gerade Fläche stellen und am Steuer schieben. Die Räder sollten beide gleichzeitig blockieren, wenn Sie die Bremsen betätigen.
  4. Feststellbremse testen: Die Parkbremse muss sicher einrasten. Wenn sie beim Belasten nachgibt, die Raststellung der Hebel überprüfen – hier kann oft eine kleine Einstellschraube nachgezogen werden.

Wichtig: Üben Sie nicht zu viel Druck auf die Einstellschrauben aus – diese sind aus Aluminium und können bei Überdrehung brechen. Nach der Einstellung immer eine Probefahrt auf einer ruhigen Fläche machen.

Falls Sie unsicher sind, wenden Sie sich an einen zertifizierten Sanitätshaus-Fachhandel. Kosten für eine professionelle Einstellung liegen meist zwischen 15 und 30 Euro. Bei Modellen mit hydraulischen Bremsen (nicht beim Standard Action 5) ist eine Wartung alle 2000 km empfohlen.

Welche typischen Bremsprobleme treten auf und wie löse ich sie?

Symptom Mögliche Ursache Lösung
Bremsen greifen nicht zuverlässig bei Nässe Verschmutzte Bremsbeläge oder Felgen Mit Isopropanol reinigen; Beläge nach 3–4 Tagen erneut prüfen
Bremshebel lassen sich schwer ziehen Seilzug korrodiert oder verschmutzt WD-40 auf die Seilzüge sprühen; bei Rissen Ersatz bestellen (ca. 25 €)
Rollator zieht nach links/rechts beim Bremsen Ungleiche Seilzugspannung Beide Seilzüge symmetrisch nachjustieren (siehe oben)
Parkbremse hält nicht bei 10% Steigung Bremsbeläge zu dünn (<2 mm) oder Rastmechanik defekt Beläge wechseln (ca. 10–15 € pro Rad); Rastmechanik mit Öl behandeln
Knirschende Geräusche beim Bremsen Fremdkörper zwischen Belag und Felge Felge reinigen; bei tiefen Rillen Felge austauschen (selten nötig)
Bremsen blockieren bei leichter Berührung Seilzug zu kurz eingestellt Seilzug länger stellen (gegen Uhrzeigersinn drehen)

Schweregrad-Tabelle:

Problem Schweregrad Empfehlung
Leichte Ungleichheit beim Bremsen In der Regel nicht dringend Kann bei nächster Gelegenheit eingestellt werden
Parkbremse hält nicht bei 5% Steigung Erfordert baldige Aufmerksamkeit Sollte innerhalb der nächsten 2-3 Tage kontrolliert werden
Bremsen blockieren unkontrolliert Sofortiger Handlungsbedarf Nicht mehr fahren; Fachmann konsultieren

Ein häufiges Problem: die Bremsen des Action 5 sind aus Aluminium gefertigt und können bei extremen Temperaturschwankungen (z. B. im Auto bei Frost) minimal expandieren oder schrumpfen. Lassen Sie den Rollator nach einem Kältetransport 30 Minuten akklimatisieren, bevor Sie die Bremsen testen.

Was sagen die Nutzer über die Bremsen im Alltag?

In foren und Bewertungen (ca. 80 positive Rückmeldungen) wird die Bremsleistung des Invacare Action 5 überwiegend gelobt. Ein typisches Zitat: „Die Bremsen greifen sehr gut, selbst auf nassem Pflaster. Nur bei Nässe muss ich ein bisschen mehr Kraft aufwenden – aber das ist normal.

Ein anderer Nutzer bemängelt: „Nach einem Jahr wurde die Parkbremse etwas schwächer. Nach einer einfachen Einstellung mit dem Inbusschlüssel war das Problem aber behoben.“ Dies deckt sich mit der Erfahrung vieler Langzeitbesitzer, die die Wartungsfreundlichkeit schätzen.

Kritikpunkte gibt es vor allem bei der Stellschraube der Parkbremse, die bei manchen Modellen zu weich ausgeführt sei – hier hilft ein Tropfen Schraubensicherung (Loctite). Insgesamt wird die Bremsqualität jedoch als „für den Preis überdurchschnittlich“ bewertet (Durchschnittspreis des Action 5: 230–280 €).

Für eine breitere Perspektive lesen Sie auch den Invacare Action 5 Kaufberatung: Für wen geeignet?.

Photorealistic photo of an elderly person comfortably gripping the ergonomic brake handles

Welche Bremsenalternativen gibt es und was kosten sie?

Der Invacare Action 5 bietet nur das serienmäßige Felgenbremssystem. Für Nutzer, die mehr Komfort wünschen, gibt es Nachrüstoptionen:

  • Bremsgriffe mit Memory-Schaum: Ca. 20–30 € – reduzieren Druckpunkte bei langem Greifen.
  • System mit zwei unabhängigen Bremsen: Nachrüstbar für ca. 50–70 € – für bessere Redundanz bei Bergabfahrten.
  • Hydraulische Bremsen-Umrüstung: Für etwa 120–150 € im Fachhandel – leichterer Zug, aber etwas mehr Gewicht.

Ein direkter Vergleich: Der Invacare Action 5 vs. Drive Medical Daytona 4: Vergleich zeigt, dass der Daytona 4 optionale hydraulische Bremsen hat, während der Action 5 mit dem einfacheren System punktet, das weniger Wartungsaufwand bedeutet.

Die Ersatzteilkosten sind moderat: Ein Bremsbelag-Set kostet etwa 8–12 €, ein kompletter Seilzug 12–18 €. Die Montage dauert im Schnitt 20 Minuten. Wer selbst handwerklich begabt ist, kann die Bremsen in der heimischen Werkstatt warten – eine Kostenersparnis von bis zu 40 € pro Durchgang gegenüber der Fachwerkstatt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den Bremsen des Invacare Action 5

1. Sind die Bremsen des Invacare Action 5 für Senioren mit schwachen Händen geeignet?

Ja, die ergonomischen Aluminiumhebel sind so konstruiert, dass auch Personen mit eingeschränkter Handkraft sie noch gut bedienen können. Die Hebel müssen nur leicht gezogen werden – bei richtiger Einstellung reicht eine Kraft von etwa 2–3 kg pro Hand. Bei stärkeren Einschränkungen empfehlen wir den Einbau von Bremshilfen.

2. Wie oft muss ich die Bremsen nachstellen?

Im Durchschnitt alle 3–6 Monate, abhängig von Nutzungshäufigkeit und Gelände. Bei täglicher Nutzung auf unebenem Terrain kann eine monatliche Kontrolle sinnvoll sein. Die Einstellung kostet beim Händler etwa 15 €.

3. Kann ich die Bremsen selbst wechseln?

Grundsätzlich ja, wenn Sie handwerkliches Geschick haben. Die Bremsbeläge lassen sich mit einem Inbusschlüssel austauschen. Seilzüge erfordern etwas mehr Fingerspitzengefühl beim Verlegen. Eine Anleitung liegt dem Ersatzteil bei. Für den Seilzugwechsel empfehlen wir eine Fachwerkstatt (Kosten ca. 30–40 €).

4. Was kostet eine professionelle Bremsenwartung beim Fachhändler?

Eine vollständige Inspektion (Beläge prüfen, Seilzüge schmieren, Einstellung) liegt zwischen 20 und 35 €. Ein Austausch der Bremsbeläge inklusive Material kostet 25–40 €. Die Preise variieren je nach Region.

5. Warum quietschen meine Bremsen bei Nässe?

Das liegt an der Reibung zwischen nassem Bremsbelag und Felge. Meist hilft es, die Beläge mit einem trockenen Tuch abzuwischen oder mit etwas Alkohol zu reinigen. Bei anhaltendem Quietschen sind die Beläge eventuell verhärtet – dann tauschen Sie sie aus.

6. Wie schwer sind die Bremsen im Vergleich zu anderen Rollatoren?

Die Bremsen des Action 5 wiegen etwa 300–400 g pro Seite (inklusive Hebel und Seilzug) – das ist branchenüblich. Die gesamte Bremseinheit trägt etwa 10–15 % des Gesamtgewichts (11,2 kg). Zum Vergleich: Modelle mit hydraulischen Bremsen sind etwa 200–300 g schwerer pro Seite.

Für weitere Informationen zur Reichweite lesen Sie Invacare Action 5 Reichweite: Wie weit kommen Sie?.

Unser Fazit: Die Bremsen des Invacare Action 5 sind zuverlässig und wartungsfreundlich. Mit einer regelmäßigen Kontrolle nach diesem Sicherheitscheck bleiben Sie lange sicher unterwegs. Vergessen Sie nicht, bei Fragen den Hersteller (Invacare) oder Ihren Sanitätshaus-Fachhandel zu konsultieren.

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