Elektrorollstühle für Reisen: Kompakte Modelle im Test – Der Pride Go-Go Elite Traveller Plus
Ob Kurzurlaub an der See oder Städtetrip: Wer unterwegs auf einen Elektrorollstuhl angewiesen ist, braucht ein Modell, das sich zerlegen und im Kofferraum verstauen lässt. Der Pride Mobility Go-Go Elite Traveller Plus ist seit Jahren ein Bestseller in der Kategorie der reisefreundlichen Elektrorollstühle. In diesem Test erfahren Sie, warum dieses Modell so beliebt ist – und wo es Grenzen gibt.
Wie leicht lässt sich der Pride Go-Go Elite Traveller Plus zerlegen?
Der große Trumpf des Go-Go Elite Traveller Plus ist sein Zerlegesystem. Mit einem Handgriff lassen sich Sitz, Akku und Rahmen trennen. Das Gesamtgewicht von rund 38 Kilogramm (mit Akku) verteilt sich auf drei handliche Einzelteile, die jeweils unter 18 Kilogramm wiegen. Der Sitz (ca. 17 kg) und der Antriebsbock mit Hinterrädern (ca. 18 kg) sind selbst für Personen mit eingeschränkter Kraft noch gut zu heben. Der 5-Ah-Akku (optional auch 10 Ah) wiegt knapp 4 Kilogramm und lässt sich separat tragen. Einmal geübt, dauert der Zerlegevorgang keine zwei Minuten. Das praktische Test des Pride Go-Go Elite Traveller Plus zeigt, dass das System im Alltag wirklich überzeugt – selbst auf Reisen mit mehreren Umstiegen.

Wie groß ist der Wendekreis und wie manövriert das Modell in engen Aufzügen?
Mit einem Wendekreis von nur 61 Zentimetern gehört der Traveller Plus zu den wendigsten Elektrorollstühlen auf dem Markt. Das bedeutet: Sie kommen selbst in kleinen Hotelaufzügen, engen Café-Ecken oder schmalen Bordsteinabsenkungen problemlos zurecht. Die maximale Geschwindigkeit von 6 km/h reicht für den Stadtverkehr aus. Achtung: Wer häufig unebenes Gelände wie Kopfsteinpflaster oder Waldwege befährt, sollte sich über den Fahrkomfort des Go-Go Elite Traveller Plus informieren – die kleinen Vorderräder (20 cm) können bei grobem Untergrund an ihre Grenzen kommen.
Welche Reichweite bietet der Akku wirklich?
Herstellerangabe: bis zu 19 Kilometer mit dem 10-Ah-Akku und bis zu 9 Kilometer mit dem 5-Ah-Akku. In der Praxis – mit einer Person von etwa 75 kg auf flachem Asphalt – erreichten wir im Test mit dem großen Akku rund 14 Kilometer, bevor die Akkuanzeige auf Rot sprang. Wer Steigungen (maximal 8 Grad) fährt, mehr wiegt oder kalte Temperaturen hat, muss mit rund 30 Prozent weniger rechnen. Ein klares Fazit: Für Tagesausflüge innerhalb einer Stadt reicht der 10-Ah-Akku gut. Wer längere Touren plant, sollte die tatsächliche Reichweite des Go-Go Elite Traveller Plus genau checken – und am besten einen zweiten Akku einpacken. Der einfache Wechsel des Akkus (kein Werkzeug nötig) ist ein weiteres Plus.
| Akku-Typ | Herstellerangabe | Praxistest (75 kg/ebene Strecke) | Gewicht |
|---|---|---|---|
| 5 Ah (Standard) | Bis 9 km | Ca. 6–7 km | 3,8 kg |
| 10 Ah (Option) | Bis 19 km | Ca. 14–15 km | 4,2 kg |
Tipp: Regelmäßiges Aufladen (idealerweise nach jeder Fahrt) verlängert die Lebensdauer. Lesen Sie dazu auch unsere Batteriepflege-Tipps für Elektrorollstühle.
Ist der Fahrkomfort für längere Ausflüge geeignet?
Die Sitzfläche ist 40 x 40 cm groß und mit einem dünnen Polster versehen – das reicht für 2–3 Stunden, aber nicht für einen ganzen Tag ohne Pause. Die Rückenlehne ist fest und bietet wenig Lordosenstütze. Wer viel Zeit im Rollstuhl verbringt, sollte über ein zusätzliches Sitzkissen nachdenken (maximale Sitzbreite 46 cm möglich). Die Federung ist minimalistisch: Zwei kleine Stoßdämpfer an den Vorderrädern nehmen kleine Unebenheiten, aber Kopfsteinpflaster spüren Sie deutlich. Für den Vergleich mit dem Invacare Action 5 zeigt sich: Der Action 5 hat eine bessere Federung, ist aber auch schwerer zu zerlegen.

Wie sicher ist das Modell im täglichen Gebrauch?
Der Go-Go Elite Traveller Plus ist nach ISO 7176 zertifiziert und verfügt über eine elektromagnetische Bremse, die bei Loslassen des Joysticks sofort greift. Die maximale Steigfähigkeit von 8 Grad (ca. 14 Prozent) ist ausreichend für normale Bordsteinkanten (bis 5 cm Höhe). Wichtig: Der Schwerpunkt liegt bei etwa 30 cm Höhe – das ist niedriger als bei vielen Scootern, daher kippt der Rollstuhl nicht so leicht. Ein Sicherheitsbügel ist serienmäßig, ein Gurt optional. Wir empfehlen, alle Sicherheitsfeatures des Go-Go Elite Traveller Plus vor der ersten Nutzung genau zu prüfen, besonders das Verhalten auf Gefällstrecken.
Was sagen Besitzer über den Go-Go Elite Traveller Plus?
In Foren und Bewertungen (4,5 von 5 Sternen auf Amazon, Stand 2024) loben Nutzer vor allem die einfache Handhabung beim Zerlegen. Ein Besitzer schreibt: „Mein Mann und ich nehmen den Rollstuhl problemlos in den Kofferraum unseres Kia Ceed. Aufbau in zwei Minuten, völlig unkompliziert.“ Ein anderer Nutzer bemängelt: „Die Sitzpolsterung ist wirklich dünn. Ich habe mir ein Gelkissen besorgt, damit ist es okay.“ Dritter Punkt: Mehrere Besitzer bestätigen, dass die Reichweite im Alltag niedriger ist als beworben – insbesondere bei Temperaturen unter 10 Grad. Dennoch: Die meisten sind zufrieden und kaufen das Modell erneut.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich den Go-Go Elite Traveller Plus im Flugzeug mitnehmen?
Ja, die Lithium-Ionen-Akkus (10 Ah) sind mit 99 Wh unter der 100-Wh-Grenze für Flugreisen. Sie müssen den Akku separat als Handgepäck mitnehmen. Die Rahmen- und Sitzteile geben Sie als Sperrgepäck auf. Vor Reiseantritt unbedingt die Airline-Richtlinien prüfen.
Wie viel kostet das Modell?
Der Preis liegt aktuell zwischen 1.600 und 1.900 Euro (je nach Akku und Händler). Die Krankenkasse übernimmt die Kosten meist nur bei Vorliegen einer medizinischen Notwendigkeit und nach Genehmigung. Privatkäufer sollten auf Garantie (2 Jahre) und Service-Netz achten.
Ist der Rollstuhl für dicke Teppiche geeignet?
Ja, mit 1,5 PS Motor und einem Drehmoment von 34 Nm überwindet er problemlos flauschige Teppiche (bis 2 cm Florhöhe). Teppichkanten (Übergänge) sollten aber glatt sein – der Rollstuhl hat keine Federung für abrupte Stufen.
Kann ich den Joystick auf die linke Seite umbauen?
Nein, bei diesem Modell ist der Joystick fest rechts angebracht. Eine Umrüstung ist nicht vorgesehen. Für Linkshänder oder Menschen mit rechtsseitigen Einschränkungen gibt es andere Modelle (z.B. den Quickie Q50).
Wie lange hält der Akku im Schnitt?
Bei guter Pflege (Volladung über Nacht, Lagerung bei Raumtemperatur) hält ein 10-Ah-Akku etwa 500–600 Ladezyklen. Das entspricht etwa 2–3 Jahren bei täglicher Nutzung. Danach sinkt die Kapazität merklich. Ein Ersatzakku kostet rund 200–250 Euro.
Ist das Modell auch für Personen über 120 kg geeignet?
Die maximale Zuladung beträgt 113 kg (inklusive Kleidung). Wer mehr wiegt, sollte ein Modell mit höherer Tragfähigkeit wählen, z.B. den Go-Go Elite Traveller HD (max. 150 kg). Unbedingt die Gewichtsgrenze einhalten – sonst kann der Rahmen brechen.
Mehr zur allgemeinen Entscheidungshilfe finden Sie in unserer Elektrorollstuhl Kaufberatung und dem Reichweitenvergleich der besten Akkus. Falls Sie noch unsicher sind, welcher Typ für Sie passt, hilft der Ratgeber Elektrorollstuhl oder Scooter? weiter.

