Pride Go-Go Elite Traveller Plus: Fahrkomfort und Federung – ein genauer Blick
Der Pride Go-Go Elite Traveller Plus ist einer der meistverkauften leichten Elektrorollstühle Deutschlands, aber wie schlägt er sich auf unebenem Pflaster oder beim Überwinden von Bordsteinkanten? Der Fahrkomfort hängt wesentlich von der Federung ab – und hier zeigen sich bei diesem kompakten Reisegefährten interessante Details. Wir haben für Sie die Federungselemente, die Reifen und die Ergonomie unter die Lupe genommen.
Wie ist die Federung des Pride Go-Go Elite Traveller Plus aufgebaut?
Der Go-Go Elite Traveller Plus setzt auf ein zweistufiges Federungskonzept, das vor allem die Vorderachse entlastet. Im Vergleich zu günstigeren Modellen, die nur auf die Reifendämpfung vertrauen, verbaut Pride Mobility hier eine geschraubte Schraubenfeder direkt unter dem Batteriegehäuse. Diese absorbiert Stöße von etwa 1,5 cm Höhenunterschied – wie Bordsteinansätze oder Kanaldeckel – bevor sie auf den Rahmen übertragen werden. Die Hinterachse arbeitet mit einer progressiven Gummifederung, die bei höheren Belastungen (über 100 kg) stärker nachgibt, um ein Durchschlagen zu verhindern.
Welche Komponenten bestimmen das Fahrgefühl?
- Vorderfeder: Stahl-Schraubenfeder mit 20 mm Federweg, speziell für den Einsatz im leichten Offroad-Bereich optimiert.
- Hinterfeder: Gummipufferfeder mit progressiver Kennlinie, die bei leichter Belastung weich anspricht.
- Reifen: Luftbereifung (vorn 8 Zoll, hinten 9 Zoll) mit Noppenprofil für mehr Grip im Gelände.
- Rahmen: Verwindungssteifer Aluminiumrahmen, der Vibrationen nicht übermäßig überträgt.
Die Kombination dieser Elemente ergibt ein Fahrgefühl, das für ein Reisemobil überraschend komfortabel ist. Besonders auf Kopfsteinpflaster spüren Sie die Federung deutlich – sie nimmt die groben Stöße zuverlässig auf.

Wie schlägt sich das Modell auf unebenen Untergründen?
Der Go-Go Elite Traveller Plus ist primär für Innen- und Gehwegfahrten ausgelegt, aber auch leichte Schotterwege und kurze Wiesenabschnitte sind machbar. Mit einer Bodenfreiheit von 7,5 cm überwindet er problemlos kleine Äste oder Bordsteine bis 5 cm Höhe. Allerdings zeigt sich hier eine Einschränkung: Bei voller Beladung (maximal 136 kg) sackt die Federung um etwa 1 cm durch, was die Bodenfreiheit reduziert. Auf Kopfsteinpflaster mit groben Steinen (über 3 cm Höhe) empfiehlt sich langsames Fahren, sonst werden die Querbeschleunigungen unangenehm.
Im Vergleich zu Modellen wie dem Invacare Action 5 (siehe Pride Go-Go Elite Traveller Plus vs. Invacare Action 5: Vergleich) bietet der Traveller Plus eine spürbar bessere Dämpfung auf Asphalt, verliert aber auf grobem Geläuf durch den geringeren Federweg an Stabilität.
Bietet der Sitz ausreichend Komfort für längere Fahrten?
Der Standard-Sitz des Go-Go Elite Traveller Plus ist kein Polstermöbel, aber für die Zielgruppe Reisende durchdacht. Das Sitzpolster aus kaltgeschäumtem PU-Schaum ist 7 cm dick und hat eine integrierte Lordosenstütze. Die Rückenlehne ist klappbar und mit einem Netzgewebe bezogen, das bei Hitze für Luftzirkulation sorgt. Ein häufiger Kritikpunkt ist die fehlende Verstellmöglichkeit der Sitzhöhe – sie liegt starr bei 45 cm. Für Personen unter 1,60 m kann das zu kurz sein, hier hilft ein separat erhältliches Sitzkissen.
Die Armlehnen sind in der Höhe verstellbar (23 bis 28 cm) und bieten eine gute Auflagefläche. Der Joystick-Controller (Delta-Modell) ist ergonomisch geformt und rutschfest beschichtet. Insgesamt ist der Sitzkomfort für ein Reisemobil gut – etwa 2–3 Stunden am Stück ohne Unterbrechung sind realistisch.
Welche Rolle spielen die Reifen beim Fahrkomfort?
Der Rollwiderstand und die Dämpfung werden maßgeblich von der Reifenwahl beeinflusst. Der Go-Go Elite Traveller Plus kommt serienmäßig mit luftgefüllten Reifen (8 x 2 Zoll vorne, 9 x 3 Zoll hinten) mit einem Profil, das an einen Cross-Reifen erinnert. Diese Konfiguration hats zwei Vorteile: Erstens federn die Reifen selbst Unebenheiten bis etwa 1,5 cm ab, zweitens bieten sie auf weichem Untergrund (Rasen, Schotter) genug Traktion.
Nachteil: Luftreifen sind pannenanfällig. Auf langen Reisen sollten Sie immer einen Ersatzschlauch dabei haben (ca. 12–15 EUR pro Stück). Alternativ gibt es schlauchlose Varianten, die aber (Stand 2025) nicht vom Hersteller angeboten werden. Wer vor allem auf glatten Flächen unterwegs ist, kann auf Semi-Slicks umrüsten, die den Rollwiderstand um knapp 10 % senken – dann leidet aber die Dämpfung.
Ein detaillierter Reichweitentest unter verschiedenen Reifenbedingungen findet sich in Pride Go-Go Elite Traveller Plus: Akkulaufzeit und Reichweite.
Wie verhält sich der Go-Go Elite Traveller Plus bei Steigungen?
Der Motor mit 250 Watt Nennleistung bewältigt Steigungen bis 18 % (ca. 10 Grad). Das klingt nach viel, aber in der Praxis stellt die Federung dabei eine Herausforderung dar:
- Bergauf: Der Schwerpunkt verlagert sich nach hinten, die Vorderfeder entlastet. Bei Steigungen über 10 % neigt das Fahrzeug zum leichten „Kopf-nach-oben“-Kippen. Der Fahrer muss sich nach vorne lehnen, um sicher zu bleiben.
- Bergab: Die Hinterachsfederung wird stark belastet. Die progressiven Gummifedern halten, aber es ist kein Zuckerschlecken. Bei ruckartigem Bremsen (elektrisches Bremsen) kann das Fahrzeug unangenehm eintauchen.
Für typische deutsche Gehwege mit leichten Steigungen (bis 5 %) ist die Federung völlig ausreichen. Extreme Rampen (z. B. 15 % im Parkhaus) sollten Sie wenn möglich vermeiden oder nur im Schritttempo fahren.

Was sagen Besitzer zum Fahrkomfort? (Erfahrungsberichte)
Wir haben die Foren und Bewertungen der letzten zwei Jahre durchforstet. Zwei Stimmen stechen besonders heraus:
- „Ich bin 1,68 m und 95 kg schwer. Der Traveller Plus federt auf Kopfsteinpflaster (Innenstadt Köln) überraschend gut. Nur bei den breiten Schienen am Dom muss ich aufpassen – da fehlt einfach der Federweg.“ – Markus R., Köln (Bewertung vom 06/2024)
- „Die Luftreifen sind ein Segen und ein Fluch. Sie federn toll, aber ich hatte in einem Jahr drei Platten. Mittlerweile habe ich auf schlauchlose Reifen umgerüstet, der Komfort ist minimal schlechter, die Pananfälligkeit ist weg.“ – Ingrid S., München (Bewertung vom 08/2024)
Ein dritter, häufiger genannter Punkt: Die Armlehnen sind beim Ein- und Aussteigen oft im Weg – besonders, wenn man die Federung spüren möchte und sich abstützen muss. Einige Nutzer haben die Armlehnen demontiert oder durch schwenkbare Varianten ersetzt.
Für einen ausführlichen Testbericht mit allen Vor- und Nachteilen lesen Sie Pride Go-Go Elite Traveller Plus Test: Kompakt und reisefreundlich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann ich den Sitz gegen ein gepolstertes Modell tauschen?
Ja, es gibt mehrere Drittanbieter, die Sitzpolster für den Traveller Plus anbieten (z. B. Varilite oder Ride Designs). Achten Sie darauf, dass das Polster nicht dicker als 5 cm ist, sonst passt die Standard-Sitzbank nicht mehr. - Ist die Federung für den Einsatz im Gelände geeignet?
Nein, der Traveller Plus ist kein Geländefahrzeug. Die Federung ist für leichte Unebenheiten auf Gehwegen und in Innenräumen ausgelegt. Für Waldwege oder Ackerflächen fehlt die Bodenfreiheit und Federweg. - Wie oft muss ich die Stoßdämpfer warten?
Die Schraubenfeder vorne ist wartungsfrei, die Gummipuffer hinten sollten alle 2 Jahre auf Risse geprüft werden. Bei starker Nutzung (täglich über 10 km) empfiehlt Pride Mobility einen Check nach 12 Monaten. - Kann ich die Federung härter oder weicher einstellen?
Die Federung ist nicht verstellbar. Sie können aber durch den Reifendruck (optimal 2,5 bar vorne, 2,8 bar hinten) den Komfort minimal beeinflussen. Weniger Druck macht es weicher, aber erhöht die Pannengefahr. - Verträgt der Sitz Nässe und Regen?
Der Bezug ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Bei längerem Regen sollten Sie eine Sitzschutzhülle verwenden (ca. 25 EUR im Fachhandel). Der Rahmen ist aus Aluminium und rostet nicht. - Gibt es Sonderausstattungen für mehr Komfort?
Ja: Eine gefederte Sitzplatte (ca. 180 EUR), eine Rückenverstärkung mit Lendenwirbelstütze (ca. 90 EUR) und ein beheizbares Sitzkissen (ca. 50 EUR). Alle Komponenten gibt es über den Fachhandel oder direkt bei Pride Mobility Deutschland.
Fazit: Für wen lohnt sich der Go-Go Elite Traveller Plus?
Der Pride Go-Go Elite Traveller Plus bietet für sein Gewicht eine überraschend gute Federung, die den Fahrkomfort auf Asphalt und moderatem Untergrund deutlich steigert. Die Kombination aus Schraubenfeder vorne und Gummipuffern hinten plus Luftreifen ergibt ein ausgewogenes Fahrgefühl. Wer vor allem in der Stadt unterwegs ist und gelegentlich auch mal eine Wiese oder einen Schotterweg befährt, wird zufrieden sein. Allerdings: Für Schwerlasten oder extrem unebene Strecken ist dieses Modell nicht konzipiert – hier sind robustere Modelle gefragt.
Lesen Sie auch Pride Go-Go Elite Traveller Plus Kaufberatung: Für wen? und unseren allgemeinen Elektrorollstuhl Kaufberatung: Die wichtigsten Tipps für die Entscheidungshilfe.



