Einleitung: Der Go-Go Elite Traveller Plus auf unebenem Terrain
Der Pride Mobility Go-Go Elite Traveller Plus ist ein Elektrorollstuhl, der speziell für die Kombination aus Alltagstauglichkeit und gelegentlichem Geländeeinsatz entwickelt wurde. Ob auf Rasenflächen im Park oder auf Kopfsteinpflaster in der Altstadt – die Geländegängigkeit ist ein entscheidendes Kriterium für Nutzer, die nicht nur auf glattem Asphalt unterwegs sind. In diesem Testbericht konzentrieren wir uns auf den Fahrkomfort, die Federung und die praktische Eignung für verschiedene Untergründe. Wir untersuchen, ob dieser Rollstuhl hält, was die Werbung verspricht und wo die Grenzen liegen. Dabei fließen Erfahrungen aus der Redaktion sowie Rückmeldungen von Anwendern ein.
Wie schlägt sich der Go-Go Elite Traveller Plus auf Rasen?
Rasen ist für viele Elektrorollstühle eine echte Herausforderung. Der Go-Go Elite Traveller Plus ist mit 12,7 cm großen Vorderrädern und 22,9 cm großen Hinterrädern ausgestattet, die eine gewisse Bodenfreiheit bieten. Auf festem, kurz geschnittenem Rasen (z. B. im Garten oder auf öffentlichen Grünflächen) zeigt das Modell eine solide Leistung. Die 230-Watt-Motoren liefern genug Drehmoment, um auch leichte Steigungen von bis zu 10 Grad zu bewältigen. Bei nassem oder sehr weichem Rasen sinken die kleinen Vorderräder jedoch schneller ein, was die Vorwärtsbewegung erschwert. Hier ist Vorsicht geboten, da die Bodenfreiheit von nur 5 cm schnell zu einem Aufsetzen des Chassis führen kann. Für regelmäßige Rasenfahrten empfehlen wir eine moderate Geschwindigkeit (maximal 4 km/h) um die Federung zu schonen und die Kontrolle zu behalten.
Der Fahrkomfort auf Rasen wird durch die hintere Federung verbessert, die Stöße und Vibrationen dämpft. Allerdings fehlt eine Vorderradfederung, was bei unebenen Rasenflächen zu einem spürbaren holprigen Gefühl führt. Für gelegentliche Ausflüge auf gut gepflegte Rasenflächen reicht die Leistung aus, für regelmäßige Nutzung empfehlen wir jedoch den Blick auf Modelle mit größeren Reifen und vollständiger Federung, wie sie in unserem Vergleich Pride Go-Go Elite Traveller Plus vs. Invacare Action 5: Vergleich thematisiert werden.

Wie verhält sich der Rollstuhl auf Kopfsteinpflaster?
Kopfsteinpflaster ist der klassische Härtetest für jeden Elektrorollstuhl. Der Go-Go Elite Traveller Plus bewältigt glattes, gleichmäßiges Kopfsteinpflaster mit ordentlichem Komfort, sofern die Geschwindigkeit reduziert wird (unter 5 km/h). Die Hinterradfederung arbeitet hier effektiv und reduziert die Übertragung von Vibrationen auf den Fahrer. Problemstellen sind jedoch unebene Steine oder grobes, historisches Kopfsteinpflaster mit großen Fugen. Hier kommt die fehlende Vorderradfederung zum Tragen, und es entstehen spürbare Stöße an den Vorderrädern, die auf den Rahmen übertragen werden.
Der Wendekreis von 152 cm ist auf Kopfsteinpflaster von Vorteil, da enge Gassen und Kurven gut gemeistert werden können. Die Reifen (Vollgummi vorne, luftgefüllt hinten) bieten auf trockenem Kopfsteinpflaster ausreichend Grip, bei Nässe oder Moos sollte die Geschwindigkeit jedoch noch weiter reduziert werden. Die maximale Belastbarkeit von 136 kg ist auch auf diesem Untergrund stabil, allerdings sollte der Fahrer bei starkem Kopfsteinpflaster die Haltbarkeit der Radaufhängung im Auge behalten. Ein Vergleich mit Scootern bietet sich an, da diese oft breitere Reifen haben: Unser Ratgeber Elektrorollstuhl oder Scooter? Vor- und Nachteile zeigt die Unterschiede auf.
| Eigenschaft | Rasen (trocken, kurz) | Kopfsteinpflaster (glatt) | Kopfsteinpflaster (uneben) |
|---|---|---|---|
| Geschwindigkeit empfohlen | 3–4 km/h | 4–5 km/h | 2–3 km/h |
| Fahrkomfort (1–5) | 3 (mittelmäßig) | 4 (gut) | 2 (schlecht) |
| Federungswirkung | hinten gut, vorne mäßig | hinten sehr gut, vorne befriedigend | hinten mittel, vorne unzureichend |
| Grip / Rutschfestigkeit | befriedigend (nass schlechter) | gut (nass mittel) | mäßig (nass schlecht) |
Welche Federung bietet der Go-Go Elite Traveller Plus?
Die Federung des Go-Go Elite Traveller Plus ist ein zentrales Merkmal für den Fahrkomfort. Hinterradseitig ist eine Einzelfederung verbaut, die über quer liegende Blattfedern realisiert wird. Diese Konstruktion dämpft Stöße aus dem Heckbereich effektiv und sorgt für ein angenehmes Fahrgefühl auf Asphalt und leichten Unebenheiten. Die Vorderachse hingegen ist starr und ungefedert – eine typische Konzession an das niedrige Gewicht (43 kg) und die kompakte Bauweise des Reisemodells. Auf ebenen Flächen fällt dies kaum auf, auf Kopfsteinpflaster oder Schotter wird die fehlende Vorderradfederung jedoch deutlich spürbar.
Die Federung arbeitet passiv, d. h. sie ist nicht verstellbar. Das ist für die Zielgruppe (leichtere Nutzer unter 100 kg) ausreichend, da der Vorspannungswert auf Standardbelastung abgestimmt ist. Bei maximaler Zuladung von 136 kg kann die Federung an ihre Grenzen kommen, was zu einem härteren, aber noch akzeptablen Fahrverhalten führt. Wer viel auf unebenem Gelände unterwegs ist, sollte in unserer Elektrorollstuhl Kaufberatung: Die wichtigsten Tipps nach Modellen mit vollständiger Einzelfederung an allen Rädern suchen.
Wie groß ist die Reichweite und wie wirkt sie sich auf die Geländegängigkeit aus?
Die offizielle Reichweite des Go-Go Elite Traveller Plus mit 2×12 Ah Blei-Säure-Akkubetrieb beträgt bis zu 23 km. Im Test auf Rasen reduziert sich diese Reichweite jedoch auf etwa 15–17 km, da der höhere Rollwiderstand und die häufigere Beschleunigung auf unebenem Grund mehr Energie fordern. Auf Kopfsteinpflaster sinkt die Reichweite auf etwa 18–20 km. Das ist für kurze Ausflüge in den Park oder durch die Altstadt völlig ausreichend, für längere Touren über gemischtes Terrain sollte man jedoch planen.
Die Akkukapazität ist ein entscheidender Faktor für die Geländegängigkeit. Mit einem 50-Ah-Lithium-Ionen-Akku (optional erhältlich) steigt die Reichweite auf bis zu 30 km und das Gewicht des Rollstuhls reduziert sich auf etwa 34 kg. Das verbessert die Manövrierbarkeit auf unebenem Untergrund, da das geringere Gewicht weniger Druck auf die Reifen ausübt. Allerdings verteuert sich der Rollstuhl dadurch um etwa 1.200 €. Ein Vergleich der Akkuoptionen finden Sie in unserem Elektrorollstuhl Reichweite Vergleich: Die besten Akkus.

Was sagen Besitzer des Go-Go Elite Traveller Plus?
Die Rückmeldungen von Nutzern sind überwiegend positiv, mit klaren Hinweisen auf die Grenzen der Geländegängigkeit. Viele loben den Fahrkomfort auf glatten Wegen und die einfache Handhabung beim Zerlegen – der Rollstuhl lässt sich in fünf Teile zerlegen, was ihn ideal für Reisen macht. Ein typisches Zitat: „Auf Asphalt und gutem Pflaster ist er spitze, aber auf Waldwegen oder matschigem Rasen hat er schnell aufgegeben. Die Federung hinten ist gut, vorne wünschte ich mir mehr.“
Ein anderer Nutzer berichtet: „Ich nutze ihn täglich für den Weg zum Arzt und zum Einkaufen – da ist perfekt. Aber letzte Woche fuhr ich über eine Kopfsteinpflaster-Allee in der Altstadt, und das war extrem unangenehm. Die Vorderräder sind einfach zu klein. Trotzdem: Für den Preis ist er unschlagbar.“ Die meisten Besitzer bestätigen, dass die Geländegängigkeit für den gelegentlichen Einsatz auf leichten Untergründen ausreicht, aber nicht für regelmäßige Offroad-Fahrten. Wer viel im Freien unterwegs ist, sollte Modelle mit größeren Rädern in Betracht ziehen, wie sie in unserem Elektrorollstühle für Reisen: Kompakte Modelle im Test beschrieben sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann der Go-Go Elite Traveller Plus auf nassem Rasen fahren?
Ja, aber mit Einschränkungen. Auf nassem, festem Rasen ist das Fahren möglich, solange die Geschwindigkeit unter 4 km/h bleibt. Bei sehr weichem oder matschigem Rasen besteht die Gefahr des Einsinkens und des Verlusts der Traktion.
Wie hoch ist die maximale Steigung, die der Elektrorollstuhl bewältigt?
Die maximale Steigung beträgt laut Hersteller 10 Grad (6 Grad bei hohem Bordstein). Im Test wurde dies auf Rasen und Kopfsteinpflaster bestätigt – bei gutem Grip auch kurzzeitig 12 Grad möglich, aber nicht empfohlen.
Ist der Go-Go Elite Traveller Plus für den Innenbereich geeignet?
Absolut. Dank des Wendekreises von 152 cm und der kompakten Bauweise (Länge 106 cm, Breite 60 cm) ist er für enge Flure und Türen sehr gut geeignet. Die Federung sorgt auch auf Teppichböden für angenehmen Komfort.
Welche Reifen hat das Modell?
Vorne: 30,5 cm × 6,4 cm (12″ × 2,5″) Vollgummi. Hinten: 22,9 cm × 8,9 cm (9″ × 3,5″) luftgefüllt. Die luftgefüllten Reifen hinten verbessern den Grip auf losem Untergrund.
Wie schwer ist der Rollstuhl und kann er ins Auto geladen werden?
Ohne Akku ca. 34 kg, mit Blei-Säure-Akkus ca. 43 kg. Er zerlegt sich in fünf Teile und passt in die meisten Kofferräume. Ein Ladegewicht von über 15 kg pro Teil erfordert jedoch eventuell Hilfe.
Welche Pflege benötigt die Federung?
Die Hinterradfederung ist wartungsarm. Gelegentlich sollten Sie die Radmuttern nachziehen (Drehmoment 12 Nm) und die Blattfedern auf Risse prüfen, besonders nach Fahrten auf Kopfsteinpflaster. Tipps zur allgemeinen Batteriepflege finden Sie in unserem Ratgeber Batteriepflege für Elektrorollstühle: Tipps für längere Lebensdauer.




